Malawi Reise

Malawi Reise ins „Warme Herz von Afrika“

Ein langer Anlauf

Ich liebe diese Beinamen afrikanischer Länder, denn sie drücken mit wenigen Worten aus, was man dort erwarten darf. Und in Malawi findet man sie überall: Wärme, Herzlichkeit, Warmherzigkeit!

Schon 2012 war es der Plan, bis zum Malawisee zu fahren, als ich zusammen mit einem Freund mit dem Motorrad unterwegs war. Gestartet sind wir in Jinja, am Ausfluss des Nil aus dem Viktoriasee. Von dort sollte es immer weiter nach Süden gehen: vom Viktoria- zum Tanganjika- und dann zum Malawisee. Sie sind die drei größten Seen Afrikas – jeder ein Grabenbruchsee, doch unverwechselbar einzigartig!

Doch wenn man sich auf Reisen in Afrika einlässt, muss das zuerst ins Auge gefasste Ziel oft warten. Was sind schon knapp vier Jahre? Dazwischen liegen etliche zurückgelegte Kilometer, wunderbare Begegnungen und Freundschaften, aufregende Abenteuer, wertvolle Erfahrungen und intensiv erlebte und gelebte Zeit, von der ich keine Sekunde missen möchte.

Am 31. März 2016 ist es dann so weit: zu fünft fliegen wir nach Malawi.

 

Ethiopian Airlines

Diese Flügel tragen uns nach Afrika: Ethiopian Airlines.

Ankunft in Lilongwe

 

Malawi, Malawisee, Grabenbruchsee,

Der erste Blick auf den Malawisee.

 

Pünktliche Landung in Lilongwe, der weitgehend am Reißbrett entstanden Hauptstadt des Landes. Auf der Fahrt zum Hotel die ersten Eindrücke: große Grundstücke und breite, parkähnliche Boulevards. Das Latitude 13° liegt im Norden. Und ich bin sprachlos, als ich zu meinem Zimmer gebracht werde:

 

Latitude, Lilongwe, Malawi, Malawisee

Mein „Zimmer“ im Latitude 13° – mit Blick zum Garten.

 

Latitude, Lilongwe, Malawi

Eleganz in Schwarz und Weiß – sogar im Bad …

 

Latitude, Lilongwe, Malawi

… und natürlich auch im Restaurant, wo wir erst einmal ein wenig relaxen …

Lilongwe

… bevor das Dinner serviert wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Chichewa, Lilongwe, Malawi

Und noch ein Crashkurs in Chichewa.

 

Chichewa (Chi bedeutet „Sprache der …“ – und die Chewa sind die zweitgrößte Volksgruppe), eine Bantusprache, ist neben Englisch die Nationalsprache in Malawi und wird auch in Teilen von Sambia, Mosambik und Simbabwe gesprochen.

 

Malawisee

Am nächsten Morgen kurze Lagebesprechung beim Frühstück. Barbara zeigt uns, wie unsere Reise verlaufen wird.

 

Malawi Reise, Malawi, Malawisee

Reise durch den Süden Malawis

 

Heute werde ich also wirklich am Malawisee stehen, dem (Fisch-)artenreichsten See der Erde. Er ist bekannt für die Vielfalt an maulbrütenden Buntbarschen: 30 % aller bekannten Arten sind hier zu finden und 395 der 400 hier vorkommenden Arten sind endemisch. 88 km² des Sees sind als Malawisee-Nationalpark geschützt und gehören seit 1984 zum UNESCO-Weltnaturerbe.

„Entdeckt“ wurde der Malawisee 1859 von David Livingstone. Damals wurde der See noch Njassasee genannt – nach dem Wort „njassa“ für „See“ in Chichewa.

Unser heutiges Ziel ist Nankoma Island, eine kleine Insel, die zum Malawisee-Nationalpark gehört. Matt von der Blue Zebra Island Lodge holt uns mit dem Motorboot am Strand in der Nähe von Salima ab. Nach etwa 20 Minuten Full-Speed erreichen wir die Insel und werden bereits von Estelle erwartet.

 

Blue Zebra Island Lodge, Blue Zebra, Malawisee, Malawi Reise, Malawi

Mit dem Speedboot über den Malawisee.

 

Blue Zebra Island Lodge, Blue Zebra, Malawisee, Malawi Reise, Malawi

… fast sind wir da!

 

Blue Zebra Island Lodge, Blue Zebra, Malawisee, Malawi Reise, Malawi

Die Anlegestelle der Blue Zebra Island Lodge.

 

Blue Zebra Island Lodge, Blue Zebra, Malawisee, Malawi Reise, Malawi

Der Zugang zum Chalet, meiner Unterkunft für die nächsten zwei Tage.

 

Blue Zebra Island Lodge, Blue Zebra, Malawisee, Malawi Reise, Malawi

Hier lässt es sich aushalten!

 

Blue Zebra Island Lodge, Blue Zebra, Malawisee, Malawi Reise, Malawi

Selbst das Bad lädt zum Verweilen ein!

 

Hier also werden wir zwei ganze Tage relaxen und Lodge und Insel genießen können – immer umsorgt von Estelle, Matt und dem gesamten Personal.

Da das Wasser ziemlich rau ist, entschließe ich mich, die Insel zu erkunden, statt mit den anderen zum Schnorcheln zu gehen.

 

Nankoma Island, Blue Zebra Island Lodge, Blue Zebra, Malawisee, Malawi Reise, Malawi

Nankoma Island – so sieht die Insel in Google Earth aus.

 

Und so habe ich sie auf meinem Ausflug gesehen:

 

Blue Zebra Island Lodge, Blue Zebra, Malawisee, Malawi Reise, Malawi

Alter Baum auf Nankoma Island.

 

Blue Zebra Island Lodge, Blue Zebra, Malawisee, Malawi Reise, Malawi

Rundweg um die Insel.

 

Blue Zebra Island Lodge, Blue Zebra, Malawisee, Malawi Reise, Malawi

Das sieht nur undurchdringlich aus.

 

Ich lasse mir Zeit, doch so lange dauert die Umrundung nicht. Auf meiner Veranda genieße ich die Ruhe und die Schönheit des Ausblicks auf den See.

 

Blue Zebra Island Lodge, Blue Zebra, Malawisee, Malawi Reise, Malawi

Der kleine Kerl sonnt sich auf meiner Veranda.

 

Blue Zebra Island Lodge, Blue Zebra, Malawisee, Malawi Reise, Malawi

Sonnenuntergang – das Festland ist gar nicht so weit.

 

Blue Zebra Island Lodge, Blue Zebra, Malawisee, Malawi Reise, Malawi

Ist das nicht ein perfekter Platz für einen Sundowner?

 

Leider geht die Zeit so schnell vorbei. Hier könnte ich es noch lange aushalten, doch am nächsten Morgen heißt es Abschied nehmen von diesem Paradies.

 

Weiter Richtung Süden auf der Malawi Reise

Sehr früh bringt Matt uns wieder ans Festland, wo unser Fahrer Patrick uns bereits erwartet. Heute haben wir die längste Etappe auf der Straße vor uns: etwa 270 km.

Unterwegs:

 

Malawisee, Malawi Reise, Malawi

Halt bei einem Zuckerrohrverkäufer …

 

Zuckerrohr, Blue Zebra, Malawisee, Malawi Reise, Malawi

… und Patrick zeigt, wie es gegessen wird …

 

Malawisee, Malawi Reise, Malawi

… während Barbara nicht widerstehen kann, ein Fahrradtaxi auszuprobieren.

 

Das heutige Ziel ist Zomba, die viertgrößte Stadt Malawis und Ende des 19. Jahrhunderts von europäischen Großgrundbesitzern gegründet. Noch heute zeugen etliche Gebäude von dieser Zeit.

 

Zomba, Malawisee, Malawi Reise, Malawi

Koloniale Architektur in Zomba.

 

Zomba, Malawi

In der Nähe des Marktes von Zomba, der viertgrößten Stadt in Malawi – und früher Regierungssitz.

 

Zomba, Malawi

Zwei Schönheiten aus Zomba.

 

Unser Hotel „Ku Chawe Sunbird“ ist nicht in der Stadt, sondern auf dem gleichnamigen Plateau. Man erwartet uns bereits und mit einem Geländewagen unternehmen wir einen unvergesslichen Ausflug auf das Plateau, das eine Höhe von 2.080 m erreicht. Es ist sehr neblig an diesem Nachmittag. Doch als wir am „Queen´s View“ angekommen sind, reißt der Himmel auf.

 

Ku Chawe, Sunbird Hotel, Zomba, Zomba Plateau, Malawi, Malawisee

Noch hängen dicke Wolken an den Hängen.

 

Ku Chawe, Sunbird Hotel, Zomba, Zomba Plateau, Malawi, Malawisee

Doch dann ist die Sicht frei für einen der schönsten Ausblicke in ganz Afrika.

 

Ku Chawe, Sunbird Hotel, Zomba, Zomba Plateau, Malawi, Malawisee

Hier stand einst Queen Elisabeth – nach ihr ist der Platz mit Queen´s View benannt.

 

Ku Chawe, Sunbird Hotel, Zomba, Zomba Plateau, Malawi, Malawisee

Doch ein kleines Stückchen weiter gibt es sogar einen „Emperor´s View“. Warum der Platz so heißt, seht Ihr auf dem nächsten Foto.

 

Ku Chawe, Sunbird Hotel, Zomba, Zomba Plateau, Malawi, Malawisee

Haile Selassie hat hier in die Ferne geschaut!

 

So schnell die Wolken verschwunden waren, so schnell haben sie die Aussicht auch wieder verhüllt. Eine gute Gelegenheit, sich anderen wichtigen Dingen zu widmen.

 

Kuche Kuche, Ku Chawe, Sunbird Hotel, Zomba, Zomba Plateau, Malawi, Malawisee

Kuche Kuche, das Nationalbier von Malawi – erhältlich nur in 0,7 Liter Flaschen. Doch dafür hat es nur 3,8 % Alkohol.

 

Die Big Five – es gibt sie (wieder) in Malawi

Im südlichen Teil von Malawi gibt es die meisten National Parks und Wildreservate: zusammen mit dem Lake Malawi National Park sind es insgesamt fünf. Unser Ziel ist das Majete Wildlife Reserve, das westlich des Shire-Flusses liegt. Der Shire ist der Ausfluss des Malawisees und mündest nach 402 km in Mosambik in den Sambesi.

Das Majete Wildlife Reserve ist eine Erfolgsstory des Natur- und Wildschutzes in Afrika: 1955 gegründet und durch intensive Wilderei in den 1980er und 1990er Jahren so weit dezimiert, dass der Park aufgegeben wurde. Ab 2003 jedoch gelang es einer Kooperation von African Parks Foundation und der Regierung von Malawi, wieder Tiere dort anzusiedeln. Heute kann man dort – mit ein wenig Glück – die Big Five beobachten: Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard.

Natürlich hoffen wir, den Big Five auch zu begegnen. Zuerst heißt es jedoch, die Mkulumadzi Lodge zu erreichen.

 

Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Eine sehr lange Hängebrücke: der Weg über den Mkulumadzi Fluss zur gleichnaimgen Lodge.

 

Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Kurzer Stop für ein Foto vom Mkulumadzi Fluss – mitten auf der Hängebrücke.

 

Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Restaurant, Lounge, Bar, Aussichtsplattform und Treffpunkt in der Mkulumadzi Lodge – mit Blick auf den Shire.

 

Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Blick vom Restaurant der Lodge aus.

 

Für den späteren Nachmittag steht Game Drive auf dem Programm. Doch vorher fehlen mir wieder einmal die Worte – wir werden von Bridget zu unseren Chalets gebracht.

 

Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Zuerst das Bad …

 

Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Das Schlafzimmer mit Klimaanlage (nur) unter dem Moskitonetz.

 

Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

… und wenn man hier sitzt und auf den Shire blickt …

 

Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

… sieht man einen Elefanten …

 

Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

… oder sogar eine Elefantenkuh mit Jungen.

 

Auf Pirschfahrt

Ich kann mich kaum von meiner Veranda losreißen, doch die Pirschfahrt will ich mir auch nicht entgehen lassen. Heath, der Manager der Lodge und selbst erfahrener Wildhüter, zeigt uns die Stars des Wildlife Reserves.

 

Nyala, Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Erste Begegnung: ein Nyala Weibchen, eine der im südöstlichen Afrika vorkommenden Antilopenarten.

 

Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Impalas beäugen uns.

 

Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Eine Warzenschweinfamilie lässt sich überhaupt nicht aus der Ruhe bringen.

 

Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Das gilt auch für diese Helmperlhuhngruppe.

 

Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Ein schöner Anblick: Zebras im lichten Wald, kennt man sie doch meistens aus der offenen Savanne.

 

Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Eine Grüne Meerkatze: etwas Grünes habe ich an ihm nicht entdeckt. Etwas Blaues schon!

 

Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Das Flusspferd fühlt sich auch in einem Tümpel wohl.

 

Allmählich geht die Sonne unter ...

Allmählich geht die Sonne unter …

 

Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

… Zeit für den obligatorischen Sundowner: Gin Tonic für die anderen – und ein Bier für mich.

 

Es wird schnell dunkel. Doch Heath denkt nicht daran, uns zur Lodge zu bringen. Er zeigt uns den Busch bei Nacht. Mit einer Infrarotlampe leuchtet er die Umgebung ab – beim Fahren. Und tatsächlich entdeckt er viele nachtaktive Tiere, beispielsweise eine Ginsterkatze, die wir sonst nicht zu sehen bekommen hätten.

Zurück in der Lodge wartet schon das Dinner auf uns. Und bald ziehen wir uns alle zurück, genießen die tropische Nacht, die Stille – nur die Geräusche der Natur sind zu hören.

Schon bei Sonnenaufgang sind wir alle am nächsten Morgen wieder auf den Beinen. Die Pirschfahrt wird fortgesetzt:

 

Elefant, Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Der Vorbote einer ganzen Herde.

 

Elefant, Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Auch Jungtiere sind dabei – und ganz nah sind wir ihnen.

 

Elefant, Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Der Kleine fühlt sich sehr stark.

 

Elefant, Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Die Herde zieht weiter.

 

Elefant, Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Gefährlich nahe – denkt man. Doch Heath erklärt uns, wieso der Elefant unsere Nähe toleriert: wir waren schon an dieser Stelle, als er kam. Deshalb betrachtet er den Ort als unser Territorium – und er ist der „Eindringling“.

 

Elefant, Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Der Frühstückstisch im Busch wird gedeckt.

 

Ein aufregender Besuch

Den Nachmittag wollen wir in einem Dorf in der Nähe verbringen. Die Menschen dort wissen, dass wir kommen. Sie haben sich vorbereitet und das ganze Dorf ist auf den Beinen, heißt uns willkommen.

 

Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Begrüßung im Dorf.

 

Was gibt es in Malawi zu essen? Wie wird es gekocht? Wie leben die Menschen hier?

Antworten auf all diese – und noch viele andere – Fragen erhalten wir, als wir zu einem kleinen Haus gebracht werden. Dort warten bereits Teresa, Estridah, die Kinder der beiden und viele andere Kinder des Dorfes auf die Vorführung.

 

Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Estridah zeigt uns, wovon sich die Menschen hauptsächlich ernähren. Fleisch gehört eher selten dazu. Es gibt meist einen Getreidebrei aus Millet (eine Hirse-Art) und Gemüse: Bohnen oder ein spinatähnliches Gemüse, das aus dem Laub der Okrapflanzen bereitet wird. Auch Kräuter werden beim Kochen verwendet.

 

Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Teresa und Estridah zerkleinern die Millet-Körner in einem großen Mörser.

 

Millet, Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Die zerkleinerten Körner werden nun auf einen Korb gegeben und geschüttelt: die kleinsten sammeln sich in der Mitte – und werden zum Kochen gebraucht.

 

Millet, Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Alle Nachbarskinder schauen zu.

 

Millet, Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Estridah entfacht ein Feuer …

 

Millet, Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

… und Teresa hält das Milletmehl bereit.

 

Bald ist das Essen fertig und natürlich dürfen wir von allem kosten: es schmeckt gut und vor allem das Gemüse ist sehr würzig. Sie freuen sich, dass wir zugreifen.

Die Frage, wie die Menschen hier leben, wird uns zum Teil auch bei unserer nächsten Station durch das Dorf erläutert. Wir erfahren von John, dem letzten und einzigen Mattenhersteller hier, was alles zu tun ist, bis eine solche Matte fertig ist. Auf Matten wird geschlafen, gesessen, man breitet Speisen darauf aus und vieles mehr.

 

Millet, Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

John zeigt und erklärt jeden einzelnen Herstellungsschritt einer Matte.

 

John sucht zuerst die passenden Schilfrohre am Flussufer. Er schneidet sie in lange Streifen und lässt sie einige Tage trocknen. Für die eigentliche Herstellung einer einzigen Matte benötigt er drei ganze Tage. Alles, was er dazu benötigt, stellt er selbst her: die Fäden zum Vernähen dreht er aus Rinde und die dicke Nadel hat er ebenfalls selbst hergestellt. Für eine fertige Matte bekommt er 1.500 Malawi-Kwacha. Das sind knapp zwei Euro.

Nun werden wir gebeten, zum Dorfplatz zu kommen. Dort wird bereits getrommelt und einige Frauen haben sich zum Tanzen aufgestellt.

 

Millet, Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Die Frauen schwingen die Hüften.

 

Und nun folgt einer der ergreifendsten Augenblicke, die ich in Malawi erlebt habe. Am gegenüberliegenden Ende des Platzes taucht eine merkwürdige Gestalt auf: sie trägt ein Kostüm, das wie aus hellen Bastfäden gemacht scheint – und eine rote Maske und er führt einen Tanz auf.

 

Millet, Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Nicht das Original, das wir ohnehin nie zu sehen bekommen würden. Doch eine gute Vorstellung von Gule Wamkulu – Der Große Tanz.

 

Es handelt sich um einen traditionellen Tanz und er erinnert aufgrund des Kostüms und der Maske an „Gule Wamkulu“, einem eigentlich nur den Mitgliedern des „Nyau“ zugänglichen Tanz. Nyau ist ein Geheimbund der Chewa und Gule Wamkulu ist „der große Tanz“, der zur Huldigung der Toten aufgeführt wird. Gule Wamkulu gehört seit 2005 zu einem der 90 Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit der UNESCO.

 

Millet, Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Auch die Darstellung von Tieren gehört zu diesen traditionellen Tänzen.

 

Viel zu kurz war dieser Besuch an diesem Nachmittag – und es wird bestimmt nicht mein letzter gewesen sein.

 

Walkingsafari

Normalerweise fällt mir frühes Aufstehen immer schwer, nicht jedoch, wenn eine Walkingsafari bei Sonnenaufgang auf dem Programm steht.

 

Walkingsafari, Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

4 km zu Fuß am frühen Morgen – unbeschreiblich schön (mit meinem Garmin aufgezeichnet und in Google Earth hochgeladen).

 

Millet, Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Am Ufer des Shire – hier haben Elefanten genächtigt.

 

Millet, Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

… und sind hier an der Böschung heruntergerutscht.

 

Millet, Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Schnell ins Wasser zurück.

 

Millet, Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Eine Schönheit, vor der die meisten Menschen Angst haben.

 

Millet, Mkulumadzi Lodge, Shire, Majete Wildlife Reserve, Malawi

Auch dieser Morningwalk im Majete Wildlife Reserve ging viel zu schnell zu Ende: Rückweg zur Lodge.

 

Die letzte Etappe

Nach diesem wunderschönen morgendlichen Erlebnis fahren wir Richtung Blantyre, die 1895 als erste in Zentralafrika gegründete Stadt. Sie ist nach dem schottischen Geburtsort von David Livingstone benannt. Heute ist sie gemeinsam mit ihrer Schwesterstadt Limbe das wirtschaftliche Zentrum von Malawi. Hauptexportprodukte sind Tabak, Tee und Zuckerrohr.

 

Game Haven Lodge, Blantyre, Malawi

Teeplantagen bei Blantyre.

 

Die letzte Nacht verbringen wir in der etwa 25 km südlich bei Chigumula gelegenen Game Haven Lodge. Mit dem zur Lodge gehörenden Chimwenya Game Park hat sich der Besitzer einen ganz besonderen Traum erfüllt. Hier finden Wildtiere wie Zebras, Antilopen und nun auch Giraffen eine neue Heimat und können bei Pirschfahrten beobachtet werden.

Am Abend vertreibt Barbara unsere Wehmut, die uns nun alle befällt, mit einer weiteren und dieses Mal ganz besonderen Lektion zu Malawi: sie hat die Karte vor uns ausgebreitet und lässt für uns die gesamte Reise noch einmal Revue passieren. Dann entführt sie uns in Gebiete, die wir bei dieser Reise nicht besuchen konnten, z. B. den Norden des Landes. Sie erzählt von den Plänen, einen riesigen Transfrontier Park zu etablieren: ein Projekt zwischen Sambia und Malawi, zu dem der Vertrag bereits unterzeichnet wurde. Ihre Leidenschaft für Malawi ist ansteckend.

Abschied

Bevor Patrick uns zum Flughafen in Blantyre bringt, dem zweiten internationalen Airport in Malawi, brauchen wir natürlich noch ein Gruppenfoto.

 

Game Haven Lodge, Blantyre, Malawi, Malawi Reise

Abschied von Malawi – für dieses Mal.

 

Ethiopian Airlines, Malawi, Malawi Reise

Wieder an Bord einer Maschine von Ethiopian Airlines – zurück nach Deutschland.

 

Ich werde garantiert wiederkommen. Und wenn Du jetzt auch Lust bekommen hast, die Schönheiten dieses wunderbaren kleinen Landes zu entdecken, kann ich Dir gerne persönlich mehr darüber erzählen.

 

Danke!

Ich bedanke mich bei allen Beteiligten, dass ich an dieser Reise teilnehmen durfte. 

Mein ganz besonderer Dank gilt:

 

Malawi Departmend of Tourism für die Einladung, nach Malawi zu kommen und die Reise selbst – mit allem, was dazu gehörte;

Barbara Zieme von AKOMASA dafür, dass Du an mich gedacht hast, für die tolle Organisation und die vielen wunderbaren Tipps und Informationen, durch die ich so viel gelernt habe;

Sarah Leah Njanji für die umfassende und liebe Betreuung;

Patrick, dass er uns sicher überall hin gebracht hat;

Fiona, Sarah und Gerrit, dass Ihr so angenehme Reisepartner wart und wir uns so gut verstanden haben;

 

Und natürlich bei allen Hotels und Lodges für die wunderschönen Stunden und die Gastfreundschaft:

 

Latitude 13° in Lilongwe;

Blue Zebra Island Lodge auf Nankoma Island;

Ku Chawe Sundbird bei Zomba;

Mkulumadzi Lodge im Majete Wildlife Reserve – gehörend zu Robin Pope Safaris

Game Haven Lodge bei Chigumula,

 

 

 

2 Kommentare

Roland Hoede

vor 3 Jahren

Liebe Barbara, ich erinnere mich noch gut an das Abschiedstreffen am Frankfurter Flughafen vor Eurem Abflug. Spaßhalber hatte ich als Repräsentant von Robin Pope Safaris ja angeboten, mitzukommen und Eure Taschen zu tragen. Nachdem ich nun Deinen facettenreichen Reisebericht gelesen und die eindrucksvollen Bilder gesehen habe, bedauere ich es einmal mehr, daß Ihr auf meine Dienstleistungsbereitschaft nicht eingegangen wart. Du beschreibst dieses wunderbare kleine Land Malawi als das 'warme Herz Afrikas' - und wie recht ich Dir gebe! Neben der faszinierenden Natur, dem riesigen See mit seinen Buchten und seiner farbenprächtigen Unterwasserwelt sind es die Bewohner Malawis, die dieses Reiseziel so unbedingt erkundenswert machen. Du hast den Besuchern und Gästen Deines Blogs ja nun einiges voraus: Du hast das 'warm heart of Africa' erlebt. Ich wünsche Dir und Deinem Blog viele Besucher, begeisterungsfähige Leser und begierige Nachahmer. Egal ob Anfänger oder Fortgeschrittene - Malawi eignet sich für jeden Afrika- und Safariinteressenten. Hier kann die Seele am und im See baumeln, hier bedeutet die Begegnung mit den 'Big Five' tatsächlich Belohnung nach intensiver Suche, hier gibt es noch ganz viel zu entdecken, was nicht schon vielfach berichtet wurde. Zugleich hat das Land ein breites Spektrum an reizvollen Unterkünften an den schönsten Plätzen - ganz so wie von Dir beschrieben und fotografiert. Darf ich meinen Lieblingsplatz im Süden des Sees kurz erwähnen? Es ist die Pumulani Lodge, ein Hideaway mit eigener Bucht, Dhau, Segelbooten, Motorboot für Tauch- und Schnorchelausflüge, und ein Wasser, das dem Gin beim Sundowner Konkurrenz macht, so klar ist es. Danke für Deinen tollen Bericht, ich werde die Tasche gleich packen. Beste Grüße vom Roland

Antworten

Huebscher

vor 3 Jahren

Lieber Roland, vielen Dank für Dein Lob. Es gäbe ja noch so viel zu berichten und so vieles mehr zu schreiben. Malawi als Land hat mich sehr beeindruckt und noch mehr - wieder einmal wie schon so oft in Afrika - die Menschen. Die werden auf jeden Fall mein Fokus bei meinem nächsten Besuch dort sein. Und für den Sundowner werde ich mich dann vielleicht in die Pumulani Lodge zurückziehen. Wie Du sie beschreibst, ist es ein absolutes "Must". Wer weiß, vielleicht ergibt sich ja noch mal eine Gelegenheit fürs Taschentragen :-) Viele Grüße, Barbara

Antworten

Hinterlasse einen Kommentar

Ich freue mich über Deinen Kommentar. Hier kannst Du ihn absenden:


Top